Rettungshundearbeit


Einige Mitglieder unseres Vereins beschäftigen sich intensiv mit der Rettungshunde-Arbeit → Flächensuche & Wasserortung.

Mittlerweile haben sie sich der DLRG Wertheim angeschlossen und sind eine einsatzfähige Rettungshundestaffel.


Es besteht die Möglichkeit in unserer Ortsgruppe die Rettungshundearbeit nach der IRO (Internationale Rettungshunde Organisation) zu absolvieren (Prüfungsordnung hier *klick*). Darunter verstehen wir die sportliche "Rettungshundearbeit". Mit den Prüfungen der IRO kann man wohl in Einsätze gehen, jedoch nicht in unserer Staffel der DLRG. Wer Interesse an der RH nach IRO hat, darf sich gerne bei Siggi melden.

Training: Samstags ab 14Uhr

 

Diejenigen, die Interesse an der Rettungshundearbeit in der Staffel der DLRG Wertheim haben, dürfen sich gerne bei unserer Staffelleitung Michaela melden. DLRG Prüfungsordnung: *klick* 

Mehr Infos bald unter DLRG RH Staffel Wertheim.

 

Ein kleiner Einblick in die Rettungshundearbeit 

 

Die Gewandheit und Unterordnung trainieren sie auf dem Vereinsgelände des SV OG Wertheims.

Die Flächensuche wird an vielen verschiedenen Wald-, Feld-, Wiesen-, Ufergebieten geübt. Mindestens einmal im Monat wird gemeinsam mit der DLRG in Form einer Einsatzübung trainiert (→ ein real durchgespielter Einsatz).

Dieser „Hundesport“ ist mehr als ein Hobby! 90% der Einsätze sind nachts und dauern mehrere Stunden. Am nächsten Tag geht man ohne viel Schlaf zur Arbeit,...

 

Was sind eigentlich Rettungshunde? Rettungshunde haben gelernt, vermisste Menschen aufzuspüren.

 

Warum ist der Hund dem Menschen bei der Vermissten-Suche überlegen? Nachts ist unsere Möglichkeit der Suche eingeschränkt. Dem Hund ist es egal, ob er tagsüber oder im Dunkeln sucht, denn sein Spürorgan ist die Nase. Was hinter einem Gebüsch, in Gräben, hohem Gras, hinter Felsen oder in einer Schonung liegt, sehen wir erst, wenn wir dort sind- der Hund riecht das von Weitem! Unsere Sicht ist im Gelände zwischen Bäumen, Sträuchern oder Felsen selbst bei Tage meist eingeschränkt. Der Hund kann die Witterung eines Vermissten im dichten Wald auf hunderte von Metern Entfernung aufnehmen. Vermisste, die mit Laub bedeckt sind, können wir nicht entdecken. Ein Hund auch nicht- aber er wittert sie. Auf Berge, über Bäche, durch dichtes Gestrüpp müssen wir uns erst kämpfen. Der suchende Hund ist viel schneller und hat eine bessere Kondition als wir Menschen.

 

Ein Hundeführer muss seinem Hund nicht überall hin folgen. Ein Rettungshunde-Team in der Flächensuche ersetzt rund 50 suchende Menschen! 

 

Es gibt verschiedene Arten des Einsatzes von Rettungshunden:

 

Flächensuche

Großbrände, Flugzeugabstürze, Omnibusunfälle, Autounfälle etc

-> Personen im Schockzustand abgängig (vermisst)

 

Moutainbiker, Wanderer, Forstarbeiter, Pilzsucher etc

-> im Gelände abgängig  (vermisst)

 

verirrte Kinder 

-> im Gelände abgängig (vermisst)

 

 ältere Personen (verwirrt, dement, depressiv etc)

-> im Gelände abgängig (vermisst)

 

suizidgefährdete Personen

-> im Gelände abgängig (vermisst)

  

Trümmersuche

Erdbeben, Erdrutsche, Gasexplosionen, Abbrucharbeiten, Verschüttete in Bergwerken etc

-> vermisst

  

Lawinensuche

Im alpinen Bereich wurden Personen unter Lawinen verschüttet.

-> Suche vonnöten

 

Mantrailing

Mantrailing bedeutet "dem Menschen auf der Spur" (engl.: man=Mensch, trail=Spur). 

Beim Mantrailing folgt der Hund vor allem dem Individualgeruch einer einzigen Person, den er anhand einer Geruchsprobe präsentiert bekommt. Er hat die Aufgabe, nur diesen Menschen zu finden, indem er die Spur von dort aus verfolgt, wo die Person zuletzt gesehen wurde.

 

Leichensuche/Wasserortung

Die Leichensuche ist ein Aufgabengebiet für speziell ausgebildete Hunde und beinhaltet die Personensuche nach Verbrechen (Tötungsdelikten) oder die Wassersuche nach Badeunfällen, Hochwasserunfällen, Suizidabsichten oder Bootsunfällen.

 

Wir bilden unsere Hunde in der Flächensuche und der Wasserortung aus!

 

Voraussetzungen

Keine gesundheitlichen Einschränkungen!!!

Ein ausgeprägter Suchtrieb sowie ein starker Spiel- und/oder Futtertrieb schaffen eine ideale Grundlage für das Training. Gleichgültigkeit und Belastbarkeit bei ungewohnten optischen und akustischen Reizen (Rauch, Feuer, Lärm etc) sollten den Hund auszeichnen. Er sollte sich in ungewohnten Situationen ruhig verhalten, mit Artgenossen verträglich sein, Vertrauen zum Hundeführer und Interesse an fremden Menschen haben. 

Außerdem bestandene Begleithundeprüfung, sowie Eignungstest.

 

Ausbildung des Flächensuch-Hundes

Am Besten beginnt man die Rettungshunde-Ausbildung so jung wie möglich- im Welpenalter- um die Lernfähigkeit des Jungtieres zu nutzen. Selbstverständlich ist aber auch der Einstieg mit älteren Hunden (bis 5 Jahre) noch möglich.

Die Ausbildung des Flächensuch-Hundes beginnt mit dem Anzeigen-Aufbau- der Endhandlung in der Suche. Wir bilden unsere Hunde als Verbeller und Rückverweiser aus. Die Verbeller lernen, die vermisste Person so lange zu verbellen, bis der Hundeführer eintrifft. Dabei dürfen die Hunde die gefundene Person weder bedrängen noch verlassen.  Die Rückverweiser finden eine Person, machen sofort kehrt zurück zum Hundeführer und springen diese an. Sie werden angeleint und ziehen den Hundeführer zur vermissten Person.

Später lernt der Hund die Suche nach vermissten Personen in großflächigen Gebieten (Wald, Feld, Ufer etc).

 

Die Ausbildung basiert auf positiver Motivation des Hundes. Dabei machen wir uns seinen Spiel- und Futtertrieb zunutze.

 

Ein Rettungshund muss gewandt und geschickt sein. Er muss verschiedene Hindernisse selbstständig nach Anweisung des Hundeführers überwinden und darf sich vor unangenehmem Untergrund nicht fürchten. Dies ist im Ernstfall notwendig, wenn ein Graben mittels Brett oder Leiter überquert werden muss. Oder ein enger, dunkler Tunnel durchquert werden muss. Vielleicht muss der Hund auch einmal über ein von ihm unüberwindbares Hindernis (Mauern, Wände, Scherben etc) getragen und an eine fremde Person übergeben werden. Der Hund wird in seiner Fähigkeit trainiert, wackelige, unangenehme Hindernisse zu überwinden und Vertrauen zu fremden Menschen aufzubauen. Wir üben vorwiegend an folgenden Geräten:

Wippe, Fassbrücke, ein Brett, welches auf zwei losen Tonnen liegt, waagrechte Leiter, eine auf Stützen gelegte Holzsprossen-Leiter (beim Balancieren muss der Hund die Sprossen, nicht die Holme benutzen),

Tunnel. Auch das Gerüst sollten sie nach Anweisungen des Hundeführers überqueren und meistern.

 

Auch der Rettungshundeführer muss einige Dinge vorweisen: SAN A Ausbildung, Erste Hilfe am Hund, Rettungsschwimmerabzeichen in Silber, Karte, Kompass, Funk, GPS.

 

Die Rettungshundearbeit in unserer Staffel ist viel mehr als ein Hobby. Denn schließlich geht es letzten Endes um ein Menschenleben.